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| François Mitterrand (1916 - 1996) | ||
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Nachdem er sämtliche Widerstandsbewegungen der Kriegsgefangenen um sich gruppiert hatte, wurde er als deren Chef im August 1944 aufgefordert, sich an der kurzlebigen "Regierung der Generalsekretäre" zu beteiligen, der General de Gaulle die Verantwortung für das Staatsgebiet bis zur Bildung der provisorischen Regierung in Paris übertragen hatte. Nach seiner Wahl zum Abgeordneten des mittelfranzösischen Departements Nièvre im November 1946 bekleidete er in den ersten zehn Jahren der IV. Republik ohne Unterbrechung ein Ministeramt. Als Minister für Überseegebiete und entschlossener Verfechter der Entkolonialisierung beendete er die Spannungen, die den Zusammenhalt mehrerer Gebiete bedrohten, und knüpfte mit den afrikanischen Führern persönliche und dauerhafte Beziehungen. 1953 erklärte er infolge der Absetzung des Sultans von Marokko seinen Rücktritt, trat aber im darauffolgenden Jahr erneut in die Regierung ein und wurde zunächst Innenminister im Kabinett Mendès-France (1954-1955) und danach Justizminister im Kabinett Guy Mollet (1956). Dies waren seine letzten Ministerämter. Da er die Algerienpolitik mißbilligte, weigerte er sich, die Ressorts zu übernehmen, die man ihm in den letzten Regierungen der IV. Republik angeboten hatte. 1958 verurteilte François
Mitterrand den "Staatsstreich", mit dem General de Gaulle an
die Macht gelangt war und bezog Stellung gegen die Institutionen der V.
Republik. Er verlor sein Abgeordnetenmandat in der Nationalversammlung,
das er bereits 1962 wiedererlangte, nachdem er für kurze Zeit Mitglied
des Senats gewesen war. 1959 wurde er zum Bürgermeister der Stadt
Château-Chinon im Departement Nièvre und 1964 zum Präsidenten
des Generalrates dieses Departements gewählt. Er lebte zurückgezogen
im Morvan, einem Ausläufer des Zentralmassivs, und wartete auf die
Gelegenheit für eine Rückkehr auf die nationale politische Bühne.
Als 1962 im Zuge einer Verfassungsänderung die Direktwahl des Präsidenten
der Republik eingeführt wurde, war er bereit, sich dieser Herausforderung
zu stellen. Als gemeinsamer Kandidat der Linken bei der Präsidentschaftswahl
im Jahre 1965 gelang es ihm, General de Gaulle in die Stichwahl zu zwingen,
und konnte im zweiten Wahlgang nahezu 45% der abgegebenen Stimmen auf
sich vereinen.
Quelle: Institut François Mitterrand
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